RÜCKBLICK in die Geschichte unseres WALDBADES und somit auch in die Geschichte des FREIEN ORTSKARTELLS!

- Spurensuche von Anni Klinke -


DIE GRÜNDERJAHRE

In den Jahren 1923/26 schlossen sich Dünnwalder Arbeitervereine und -organisationen zusammen und gründeten mit Peter Baum an der Spitze das FREIE ORTSKARTELL.
Zu den damaligen Gründern gehörten auch die heutigen Trägervereine: die SPD, die Falken, die Arbeiterwohlfahrt, der Radfahrverein „Frisch auf 19o6“, der Volkschor „Loreley“ von 1888 und der Freie Gewerkschaftsbund.
Man stellte sich die Aufgabe, für die Bürger/innen aus eigener Kraft ein Schwimmbad zu schaffen, aber auch andere Freizeit- und Bildungsmöglichkeiten anzubieten. Ab 1926 teilten sich dann die ansässigen Vereine die Arbeit. Außer den schon genannten kamen noch hinzu: die Naturfreunde, die Freidenker, der Theater-Verein, Radfahr- und Kraftfahrerbund, Turn- verein, Schachclub, Sport- und Spielverein, Verein für Feuerbestattung, Fabrik-arbeiter-Verband, Metallarbeiter-Verband, Arbeiter-Mandolinen-Bund, Abtl. Dünnwald, Freie Wasser- sport-Vereinigung Mülheim, SPD-Bezirk Emberg, KPD, Freie Schule.
Ein Becken wurde, nach genauer Einteilung der Arbeitszeit für die Vereine, ausgehoben und vom Mutzbachwasser gespeist. Das erste rechtsrheinische Schwimmbad war betriebsfertig.
Sie gaben ihm den Namen „Strandbad Loreley“, im Volksmund „Schlammbad Loreley“!
Selbstlose, harte Arbeit in Solidarität brachten diesen Erfolg! 1o.ooo freiwillige Arbeitsstunden mußten geleistet werden. Motor des für damalige Verhältnisse große Unternehmen war der Vorsitzende und Stadtverordnete Peter Baum.

DIE ZEIT DES NATIONALSOZIALISMUS

1933 erlitt das Waldbad das gleiche Schicksal wie andere demokratische Einrichtungen. Es wurde von den Nationalsozialisten enteignet und erhielt den Namen „Norkusbad“. Peter Baum, geb. am 12. September 19o8 in Köln, Beruf Dreher, wohnhaft An der Walkmühle 7o, wurde am 22. August 1944, im Zuge der Aktion „Gewitter“ nach dem misslungenen Attentat auf Hitler, verhaftet und starb am 12. Dezember 1944 im Konzentrationslager Oranienburg.

DIE NACHKRIEGSJAHRE

Nach dem Ende der Nazidiktatur schlossen sich die noch existierenden Gründervereine: SPD, AWO, Falken, Frischauf von19o6, Volkschor Loreley und Freier Gewerksschaftsbund zusammen. Ein Besuch beim Britischen Hochkommissar in Lüneburg bewirkte, dass die Anlage wieder zurückgegeben werden konnte. Mit dem Wiederaufbau des zerstörten Bades wurde begonnen. Mit dem gleichen Willen zum Erfolg wie in den Anfängen und zum Wohle der Bevölkerung schufen Männer und Frauen die heutige, moderne Anlage mit beheiztem
Schwimmbad, 5o m Wasserrutsche, Kinderbecken und Spielplatz; einem naturnahen Camping- und Jugendzeltplatz, einem Minigolfplatz. Die Gaststätte wurde verpachtet, heute unter den Namen „Delphi“. Bekannte Politiker/innen der Nachkriegszeit, Hans-Jürgen Wischnewski, Heinz Kühn, Theo Burauen u. a. unterstützten den Wiederaufbau.

UND JETZT ...

auch heute noch orientiert sich das FREIE ORTSKARTELL e. V., es ist das einzige dieser Art in Deutschland, an den Wurzeln der Gründerjahre. Delegierte der Trägervereine bestimmen die Kartellpolitik. Ein gewählter ehrenamtlich arbeitender Vorstand setzt die Beschlüsse um. Viele Jahre führten ehemalige Stahlarbeiter, z. B. Willi Reinsch und Karl Statz, die Geschicke dieser Anlage.


DIE ZEIT STEHT NICHT STILL...

Gesellschaft und Bedingungen verändern sich; heutige Unternehmen erfordern angemessenes Management mit neuen Ideen.
Diesen Herausforderungen stellt sich seit 2oo2 ein verjüngter, fachkompetenter Vorstand
unter dem Vorsitz von Yves Netz. Angeboten werden Jazz-Sonntagskonzerte, Events mit
„Köbes Underground“ „Brings“ u. a. , Flohmärkte und Taucherkurse. Um das Waldbad
zu erhalten, sind neuen Veranstaltungen keine Grenzen gesetzt. So ist die Minigolfanlage
als Turnierplatz modernisiert worden. So ist ein Förderverein, Verein Sport und Freizeit Köln rechtsrheinisch e. V. (SFK e. V.), gegründet worden mit dem Ziel, Sponsoren und Förderer zu gewinnen, die zum Erhalt unseres Waldbades beitragen!

PACKEN WIR`S AN!

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